Aphasie

Neurologisch bedingte Sprachstörung nach Schlaganfall, Schädel-Hirn-Trauma oder Tumorerkrankung. In der Regel sind das Sprachverständnis, die Sprachproduktion, das Lesen und Schreiben durch die Aphasie beeinträchtigt.

 

Informationen zur Aphasie

Regeln im Umgang mit Menschen, die von Aphasie betroffen sind

  • Zuhören bedeutet warten
  • Der Aphasiker braucht mehr Zeit für seine Äußerung
  • Sprechen steckt an
  • Das, was der Aphasiker sagt, wird häufig vom Gesprächspartner beeinflusst. Nicht zu früh mit Wortvorschlägen helfen
  • Mit dem Herzen hören
  • Darauf achten, ob die Absicht des Aphasikers verstanden wurde
  • Eselsbrücken benutzen
  • Ein Wort, das nicht passt, nicht verwerfen, es könnte zum beabsichtigten Wort hinführen
  • Die Dinge sprechen lassen
  • Mitdenken und genaues Beobachten der Situation helfen beim Verstehen
  • Das Thema suchen
  • Versuchen, gemeinsam mit dem Aphasiker herauszufinden, worauf sich seine Aussage bezieht
  • Durch die Sprache hindurchhören
  • Bei unverständlichen Äußerungen nicht ständig unterbrechen, sondern abwarten, dass sich der Sinn nachträglich ergibt
  • Nur auf den Inhalt achten und die Form übersehen
  • Nicht ständig verbessern
  • Nachsprechen ist keine echte Kommunikation
  • Nicht auf sprachliche Äußerungen bestehen, auch nichtsprachliche Aussagen akzeptieren
  • Konzentrieren hilft nicht unbedingt
  • Schlüsselsatz: "Vielleicht kannst du es später sagen."
  • Bei Perseverationen (Haftenbleiben an Vorstellungen, Gedanken, Worten) ablenken
  • Bei hartnäckigen Wortwiederholungen unterbrechen und ablenken
  • Nicht aufgeben
  • Schlüsselsatz: "Wir werden es herausfinden - fang nochmal an."

Was kann man tun, damit der Aphasiker besser verstehen kann?↑

  • Ruhe ist wichtig
  • Hintergrundgeräusche stören das Verstehen. Zweiergespräche sind leichter als Gruppengespräche
  • Nonverbale Signale einsetzen
  • Neben Tonfall, Mimik und Körpersprache auch Schrift und Bilder einsetzen
  • Lautstärke nicht erhöhen
  • Ruhig, nicht zu schnell, aber natürlich und in normaler Lautstärke sprechen
  • Den Wortlaut variieren
  • Bei Nichtverstehen andere Formulierungen wählen
  • Kürze kann helfen
  • Je nach individuellen Möglichkeiten der Aphasiker, nach kürzeren Abschnitten (Satzteile, Sätze,...) Pausen einlegen
  • Ja-Nein-Fragen stellen
  • Offene Fragen und Alternativen vermeiden, da diese oft zu schwer sind

Was sollte man im Umgang mit Aphasikern besser nicht tun?↑

  • Nachahmen bzw. Nachäffen
  • Gestik, Mimik und lautliche Äußerungen, die der Patient von sich gibt, imitieren
  • Bestimmte Themenbereiche meiden
  • Themen und Schlagworte, an denen der Aphasiker sowieso ständig hängen bleibt, zusätzlich ansprechen und dadurch verstärken
  • Zu falschen Äußerungen provozieren
  • Provozieren und Auslachen sind absolut nicht angebracht. Der Aphasiker ist nicht in der Lage, sich verbal zu verteidigen
  • Gruppensituationen: Im Gespräch mit mehreren Personen gleichzeitig ist der Aphasiker überfordert. Besser ist es, sich im Einzelgespräch auszutauschen
  • Hektik und Trubel
  • Zeit und Ruhe sind das "A" und "O" im Gespräch. Dann kann auch der Aphasiker besser antworten. Er braucht Einfühlungsvermögen und Aufmerksamkeit
  • Übergehen: Verhaltensmuster wie: "Wer schweigt, kann übersehen werden!" oder "Wer Fehler macht, verdient weniger Respekt!" sind nur allzu schnell eingeübt. Der Aphasiker sollte als gleichwertiger Gesprächspartner behandelt werden
  • Sprachrohr: Auch, wenn es länger dauert und nicht immer einfach ist, sollte man nicht für den Aphasiker reden. Er soll, u.U. mit Unterstützung, allein versuchen zu erklären, was er möchte

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