Tipps
- Regeln im Umgang mit Menschen, die von Aphasie betroffen sind
- So können Sie die Sprachentwicklung Ihres Kindes unterstützen
- Stimmhygiene
- Zuhören bedeutet: Warten
Der Aphasiker braucht mehr Zeit für seine Äußerung.
- Sprechen steckt an
Das, was der Aphasiker sagt, wird häufig vom Gesprächspartner beeinflusst. Nicht zu früh mit Wortvorschlägen helfen!
- Mit dem Herzen hören
Darauf achten, ob die Absicht des Aphasikers verstanden wurde.
- Eselsbrücken benutzen
Ein Wort, das nicht passt, nicht verwerfen - es könnte zum beabsichtigten Wort hinführen.
- Die Dinge sprechen lassen
Mitdenken und genaues Beobachten der Situation helfen beim Verstehen.
- Das Thema suchen
Gemeinsam mit dem Aphasiker herauszufinden versuchen, worauf sich seine Aussage bezieht.
- Durch die Sprache hindurchhören
Bei unverständlichen Äußerungen nicht ständig unterbrechen - abwarten, dass sich der Sinn nachträglich ergibt.
- Nur auf den Inhalt achten - die Form übersehen
Nicht ständig verbessern.
- Nachsprechen ist keine echte Kommunikation
Nicht auf sprachliche Äußerungen bestehen, auch nichtsprachliche akzeptieren.
- Konzentrieren hilft nicht unbedingt
Schlüsselsatz: 'Vielleicht kannst du es später sagen!'
- Bei Perseverationen (Haftenbleiben an Vorstellungen, Gedanken, Worten) ablenken
Bei hartnäckigen Wortwiederholungen unterbrechen und ablenken.
- Nicht aufgeben
Schlüsselsatz: 'Wir werden es herausfinden - fang nochmal an!'
Was kann man tun, damit der Aphasiker besser versteht?
- Ruhe ist wichtig
Hintergrundgeräusche stören das Verstehen. Zweiergespräche sind leichter als Gruppengespräche.
- Nonverbale Signale einsetzen
Neben Tonfall, Mimik und Körpersprache Schrift und Bilder einsetzen.
- Lautstärke NICHT erhöhen
Ruhig, nicht zu schnell, aber natürlich und in normaler Lautstärke sprechen.
- Den Wortlaut variieren
Bei Nichtverstehen andere Formulierungen wählen.
- Kürze kann helfen
Je nach individuellen Möglichkeiten der Aphasiker nach kürzeren Abschnitten (Satzteile, Sätze,...) Pausen einlegen.
- Ja - Nein - Fragen stellen
Offene Fragen und Alternativen sind oft zu schwer.
Was sollte man im Umgang mit Aphasikern besser NICHT tun!
- Nachahmen bzw. Nachäffen
Gestik, Mimik und lautliche Äußerungen, die der Patient von sich gibt, nicht imitieren.
- Bestimmte Themenbereiche meiden
Themen und Schlagworte, an denen der Aphasiker sowieso ständig hängen bleibt, nicht noch ansprechen und dadurch verstärken!
- Zu falschen Äußerungen provozieren
Provozieren und Auslachen sind absolut nicht angebracht - der Aphasiker ist nicht in der Lage, sich verbal zu verteidigen!
- Gruppensituationen
Im Gespräch mit mehreren Personen gleichzeitig ist der Aphasiker überfordert - besser ist es, sich im Einzelgespräch auszutauschen!
- Hektik und Trubel
Zeit und Ruhe sind das "A" und "O" im Gespräch, dann kann auch der Aphasiker besser antworten. Er braucht Einfühlungsvermögen und Aufmerksamkeit!
- Übergehen
Verhaltensmuster wie: "Wer schweigt, kann übersehen werden!" oder "Wer Fehler macht, verdient weniger Respekt!" sind nur allzu schnell eingeübt. Der Aphasiker sollte als gleichwertiger Gesprächspartner behandelt werden!
- Sprachrohr
Auch wenn es länger dauert und nicht immer einfach ist, sollte man nicht für den Aphasiker reden. Er soll - u.U. mit Unterstützung - allein versuchen zu erklären, was er möchte.
- Nehmen Sie sich Zeit für Ihr Kind. Versuchen Sie, sich regelmäßig mit Ihrem Kind in Ruhe zu unterhalten. Seien Sie hierbei ein aufmerksamer Zuhörer und versuchen nicht zu viel selber zu reden.
- Sprechen Sie verständlich, aber nicht in "Babysprache" mit Ihrem Kind. Versuchen Sie Ihr Kind nicht zu über- oder unterfordern. Versuchen Sie die Wortwahl, den Satzbau und die Länge Ihrer Sätze den Fähigkeiten Ihres Kindes anzupassen.
- Schauen Sie Ihr Kind an, wenn Sie mit ihm sprechen. Dadurch zeigen Sie Gesprächsbereitschaft und Interesse. Wenn Ihr Kind noch klein ist, hilft ihm der Blickkontakt, Ihre Äußerungen anhand der begleitenden Mimik und Gestik leichter zu verstehen.
- Führen Sie "Selbstgespräche". Beschreiben Sie, was Sie sehen (" Der Löffel liegt auf dem Tisch"). Kommentieren Sie Ihr Handeln ("Ich nehme den Löffel und rühr mal die Milch um"). Kommentieren Sie die Situation (" Die Milch ist noch zu heiß, du musst pusten"). Warnung: lassen Sie sich und Ihrem Kind trotzdem sprachfreie Räume. Ständige Selbstgespräche sind für alle Beteiligten anstrengend und führen dazu, dass das Interesse an einer wirklichen Kommunikation erlahmt.
- Begleiten Sie die Handlungen Ihres Kindes mit Sprache. Achten Sie darauf, dass Ihre Worte gleichzeitig zur Handlung und zum Erleben ablaufen. Das "Versprachlichen" sollte "wie nebenbei" und nicht zu aufdringlich erfolgen. ("Du pustest so fest, dass die Milch Wellen schlägt"). Auch hier kommt es auf die richtige Dosierung an. Oft ist mehr nicht unbedingt besser.
- Nehmen Sie "fehlerhafte" Äußerungen Ihres Kindes unbefangen an. Gehen Sie positiv auf die Äußerungen Ihres Kindes ein, auch wenn sie formal nicht korrekt sind. Der Inhalt ist wichtiger, als die Form. Das fördert die Sprechfreude Ihres Kindes und ermöglicht es ihm, Erfahrungen mit der Sprache zu machen und diese zu verbessern.
- Wiederholen Sie selbst korrekt, was Ihr Kind fehlerhaft gesagt hat. Versuchen Sie hierbei den Dialog weiter zu führen. ("Der Mils ist heiß" " Ja die Milch ist heiß und deshalb müssen wir jetzt zusammen pusten") Nicht jede fehlerhafte Äußerung des Kindes muss auf diese Art korrigiert werden. Wenn Sie zu schematisch vorgehen, kann das den Mitteilungsdrang Ihres Kindes bremsen. Durch die "verbesserte Wiederholung" erhält Ihr Kind eine inhaltliche Bestätigung seiner Äußerungen in sprachlich korrekter Form, ohne das Gefühl zu haben, falsch zu sprechen. Die Sprechfreude und das Selbstwertgefühl bleiben erhalten.
- Vermeiden Sie abwertende Bemerkungen ("Sprich richtig", "Nimm die ein Beispiel an deinem Bruder"), drohen Sie nicht mit Strafen. Vermeiden Sie Ironie, weil Kinder sie nicht verstehen können.
- Verbessern Sie Ihr Kind nicht direkt, wenn es einen Fehler gemacht hat ("Das heißt nicht Tatze, sondern Katze"). Setzen Sie lieber die "verbesserte Wiederholung" (s.o.) ein und korrigieren die Äußerungen unaufdringlich.
- Lassen Sie Ihr Kind nicht Wörter nachsprechen, die es noch nicht beherrscht ("Sag noch mal richtig: Katze!").
- Fragen Sie Ihr Kind nicht nach sprachlichen Fähigkeiten ab. Zwingen Sie Ihr Kind nicht zu sprechen, wenn es dazu keine Lust hat.
- Geben Sie keine Ratschläge, wie z.B.: "sprich langsam und deutlich, denk erst nach und rede dann...". Diese können zu dem Gefühl führen, den Ansprüchen nicht zu genügen und hemmen die Sprechfreude.
- Fördern Sie den Entdeckungsdrang Ihres Kindes. Ermöglichen Sie ihm neue Erfahrungen zu sammeln, neue Orte neue Menschen kennen zu lernen. Erweitern Sie den Erfahrungshorizont Ihres Kindes. Unternehmen Sie Spaziergänge im Wald, Zoobesuche, gehen Sie ins Schwimmbad, pflücken Sie Blumen auf einer Wiese, usw. All diese Unternehmungen bieten Anlässe zum sprachlichen Austausch.
- Spielen Sie mit Ihrem Kind altersgemäße Spiele.
- Schauen Sie sich gemeinsam Bilderbücher an und reden über das, was Sie auf den Bildern entdecken.
- Basteln Sie mit Ihrem Kind Sachen, die zur Jahreszeit passen.
- Singen Sie Lieder, setzen Sie Abzählverse ein.
- Schaffen Sie sich Verbündete. Weihen Sie Großeltern und Verwandte in Ihr Vorgehen ein und ziehen Sie gemeinsam an einem Strang. Ihr Kind braucht Annahme und Unterstützung von allen Seiten.
- Zuletzt noch etwas zur Therapie: wenn Sie mit Ihrem Kind in Behandlung sind, nehmen Sie die Therapietermine kontinuierlich wahr. Unregelmäßig durchgeführte Therapien sind wie ein Tropfen auf den heißen Stein und werden in der Regel nicht erfolgreich verlaufen.
Atmung, Bewegung, Stimme, Artikulation sowie körperliche und seelische Haltung bilden eine Einheit!
- Bauchatmung ist die Voraussetzung für eine belastbare Stimme
- Vermeiden Sie zu lange Sprechphasen, teilen Sie Ihren Atem ein und machen Sie Sprechpausen
- Beim Sprechen verbrauchte Luft sollte automatisch ergänzt werden, schnappen Sie nicht nach Luft
- Vermeiden Sie einengende Kleidung
- Achten Sie auf eine lockere, durchlässige Körperhaltung
- Nehmen Sie Über- oder Unterspannungen im Körper wahr und streben Sie eine mittlere Spannung an
- Gesichts-, Hals-, Rumpf-, Beckenmuskulatur sowie die Muskulatur der Extremitäten auf zu hohe Spannung hin kontrollieren
- Ihre Stimmung beeinflusst Ihre Stimme
- Nicht flüstern oder schreien
- Sprechen Sie in einer Lautstärke, die der Situation angepasst ist
- Sprechen im Lärm ist belastend für die Stimme
- Nicht zu hoch oder zu tief sprechen oder singen
- Vermeiden Sie Räuspern oder Husten, besser ist Summen und Abklopfen des Brustbeines
- Achten Sie auf eine gut befeuchtete Raumluft
- Vermeiden Sie "scharfe" Bonbons, lieber "Emser Pastillen" oder "Isla- Moos"
- Trinken Sie ausreichend, um die Schleimhäute feucht zu halten (Tee, Wasser)
- Vermeiden Sie Alkohol und Tabak sowie scharf gewürzte Speisen
- Eine deutliche Artikulation fördert die Verständlichkeit und entlastet die Stimme
- Achten Sie auf eine ausreichende Kieferöffnung und Lippenbewegungen
- Gähnen schafft Weitung und Entspannung
- Schaffen Sie sich seelischen Ausgleich zu einem stressigen Alltag, wie z.B. Sport, Bewegung an der frischen Luft
- Planen Sie Ruhepausen für Stimme und Seele in Ihrem festen Tagesablauf ein und halten Sie diese auch ein.